Gesundheit in Zeiten von Arbeit 4.0 erhalten

Arbeiten 4.0 –  unter diesem Stichwort werden Ideen für eine Arbeit der Zukunft zusammengefasst. Die Fragestellung lautet: Wie können die Chancen der Zukunft genutzt werden ohne dass der Mensch als Individuum oder in seinem Recht auf Gesundheit zu kurz kommt? Der digitale Wandel in aller Munde . Es wird von digitaler Transformation oder gar von Disruption geredet. Die extrem dramatische Wortwahl ist verständlich, denn vielfach geht es ja auch um ein “Verkaufen” dieser Transformationsprozesse. Die Strategie dieser Veränderung mit Angst zu begegnen wird aber nicht aufgehen. Angst führt entweder zu Flucht oder zu Erstarrung, sicher aber nicht dazu die Herausforderung einer sich wandelnden Arbeitswelt zu gestalten.


Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen ist die Idee von unternehmensWert:Mensch und unternehmenswert:Mensch plus. In den beiden Förderprogrammen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geht es darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. UnternehmensWert:Mensch fördert dabei grundsätzlich vier Handlungsfelder, ein Ansatzpunkt ist dabei das Thema Gesundheit.

Gesundheit als betriebliches Handlungsfeld von unternehmensWert:Mensch

Wie erwähnt verursacht Veränderung häufig Ängste, Unsicherheit und Stress. Das Thema Gesundheit in den Vordergrund zu stellen ist deswegen ein naheliegender Gedanke. In einem ausgereiften Betrieblichen Gesundeitsmanagement werden diese Überlegungen eingebunden. Voraussetzung hierfür  ist aber, dass das BGM als echte Führungsaufgabe gesehen wird und nicht eine Hinterzimmeraufgabe ist.Mit einer Prozessberatung im Handlungsfeld Betriebliche Gesundheit können vielfache Themen angegangen werden.

Praxischeck Gesundheit der Offensive Mittelstand

Eine erste Orientierung kann dabei beispielsweise der INQA-Check Gesundheit bieten. Dies ist ein kostenloser Selbstcheck, der von der Offensive Mittelstand entwickelt wurde.

Hierbei werden die Themen

  • Gesundes Unternehmen (Strategie)
  • Gesundes Arbeitsumfeld
  • Gesunde Organisation
  • Gesunde Führung
  • Gesundes Miteinander (Unternehmenskultur)
  • Gesundes Verhalten

unter die Lupe genommen. Als autorisierter Berater der Offensive Mittelstand kann ich Betriebe beim Einsatz dieses und anderer Offensive-Mittelstand-Tools wirkungsvoll unterstützen und konzeptionell in eine unternehmensWert:Mensch Beratung integrieren.

Das Thema Gesundheit ist überall

Beschäftigt man sich intensiv mit der Bedeutung des Themas Gesundheit in der Arbeitswelt, wird einem recht schnell bewusst, welch wichtigen Schlüssel man hier zur Gestaltung von Arbeit, zur Mitarbeiterbeteiligung und zur Förderung der Arbeitsmotivation hat. Der Ansatz Betriebliche Gesundheit bietet vielfältige Verknüpfungen bis hin zur Gestaltung der digitaler Transformationsprozesse. Ein paar Beispiele

Fehlzeiten: durch ein gezieltes Thematisieren von Fehlzeiten können hierzu passende Konzepte im Bereich von Fehlzeitenmanagement und gesunder Führung entwickelt werden und so mittelf- bis langfristig eine Reduzierung von Fehlzeiten angestoßen werden.

Arbeitsbedingungen – gerade durch neue Arbeitsformen wie verstärktes mobiles Arbeiten oder Home-Office werden Anforderung z.B. an Ergonomie nicht außer Kraft gesetzt. Sinnvolle Konzepte zur Beachtung des Gesundheitsaspektes zeigen die Wertschätzung für die Belegschaft und erhöhen die Akzeptanz für neue Arbeitsformen erheblich.

Arbeitszeitmodelle – in vielen Unternehmen ist eine Flexibilisierung der Arbeit im Gange, auch hierbei ist die gesunde Ausgestaltung ein entscheidender Faktor zur Akzeptanz. Arbeitszeitbedingte Belastungen zu reduzieren ist  dabei ein extrem wichtiges Thema nicht nur zur Erhaltung von individueller Gesundheit, sondern auch im Interesse der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen

demografischer Wandel – Belegschaften werden älter, in vielen Betrieben treffen ältere Mitarbeiter*innen und Millenials aufeinander. Dies bedeutet häufig auch ein Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen. Mit dem Thema Gesundheit kann hier eine Diskussion über diese Kulturen angestoßen werden. Außerdem nimmt gerade für eine insgesamt alternde Belegschaft das Thema Gesunderhaltung eine immer wichtiger Rolle ein, wobei auch der (gesund zu gestaltende) Übergang ins Rentenalter bedeutsamer wird. Übrigens für die Belegschaft ebenso wie für den Betrieb, hierbei spielt der Wissenstransfer eine bedeutsame Rolle.

Präventionskultur – in vielen Betrieben gibt es eine großer Auswahl an gesundheitsfördernden Maßnahmen, doch sind diese in ein Gesamtkonzept eingebunden und erzielen sie tatsächlich auch Wirkung. Gerade wenn die Betriebliche Gesundheitsförderung nicht in ein BGM (siehe oben) eingebunden ist, verpuffen viele Maßnahmen und erzielen nicht die gewünschte Wirkung.

Gesetzliche Pflichtaufgaben – eine Reihe gesetzlicher Aufgaben drehen sich um das Thema Betriebliche Gesundheit, Arbeitssicherheit, Gefährdungsbeurteilung physischer und psychischer Belastung oder auch das Betrebliche Eingliederungsmanagement sind  Maßnahmen, die als lästige Pflichtaufgabe gesehen werden können oder als Chance ein Unternehmen fit für die Zukunft zu machen.

Digitalisierung und Humanisierung gehen Hand in Hand

Anhand dieser wenigen Beispiele ist zu sehen, welch mächtiges Werkzeug die ernsthafte Auseinadersetzung mit dem Thema Betriebliche Gesundheit für die Unternehmensentwicklung  sein kann. Gerade in einer Zeit, die viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als belastend erleben, die Folgen psychischer Belastung zunehmen, kann ist es notwendig einen Ausgleich anzustreben. Die “Human Ressource” verdient dabei eine genauso große Aufmerksamkeit, wie das Thema Digitalisierung.

Lern – und Experimentierräume für Arbeiten 4.0

Das Zusammenspiel von Veränderungsprozessen im Rahmen der digitalen Transfomation hat auch das Programm unternehmenswert:Mensch verstanden und bietet seit 2017 einen fünften Programmzweig. UnternehmensWert:Mensch plus (uWMplus) bietet eine gute Möglichkeit, die oben beschriebene beidseitige Wertigkeit von Mensch und Technik im Betrieb zu etablieren. Unternehmen bis 250 Personen können in diesem mit uWMplus für die Einrichtung sogenannter Lern- und Experementierräume eine Förderung von 80% in Anspruch nehmen. Hier geht es darum Arbeiten 4.0. praktisch zu entdecken und mitarbeiterorientierte Lösungen einer modernen Arbeitswelt zu entwickeln. Gesundheit wird hierbei eines der Themen sein, im Vordergrund steht, was gleichzeitig der große Vorteil von uWMplus ist, dass hierdurch die Innovationsfähigkeit des Unternehmen mitarbeitendenorientiert befördert wird.

Weitere Informationen zu unternehmenswert:Mensch plus finden Sie hier oder nutzen Sie für weitergehende Fragen das

Kontaktformular 

Betriebliche Gesundheit kann ein wesentlicher Punkt zur Gestaltung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens sein. Deswegen ist Gesundheit eines von vier zentralen Handlungsfeldern von unternehmensWert:Mensch. In diesem ESF-Förderprogramm des Bundesministerium für Arbeit und Soziales werden Beratungen von kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 10 Beratungstagen gefördert. Die Förderquote beträgt dabei für kleine Unternehmen (<10 Mitarbeitende) 80%, für KMU mit bis 250 Mitarbeitenden 50%. In einigen Bundesländer gibt es abweichende, aber ähnliche Programme wie die Potenzialberatung in NRW.
Unternehmenswert:Mensch plus fördert die Auseinandersetzung mit Arbeiten 4.0 in KMU bis 250 Mitarbeitenden. Hierbei können bis zu 12 Beratungstage mit einer Förderquote von 80% gefördert werden.
Kategorie betriebliche gesundheit, News, Blogs & Videos
Oliver Kustner

Oliver Kustner ist Inhaber von sigena-coaching e.K. und seit 2012 als Coach tätig. Der Business-Coach (FH) begleitet Unternehmen und Institutionen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, in der Kompetenzentwicklung und bei interkulturellen Trainings. Der autorisierte Prozessberater des Förderprogramms unternehmensWert:Mensch ist bundesweit mit regionalen Schwerpunkten in Bayern und dem Rheinland tätig.