betriebliche Burn-out-Prävention springt meist zu kurz

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Ob man den Begriff Burn-Out nun mag oder nicht, er hat zumindest dafür gesorgt, dass das Thema „psychische Erkrankungen“ und „seelische Erschütterungen“ in der Öffentlichkeit und auch im betrieblichen Umfeld deutlich entstigmatisiert wurde. Immer mehr Betrieben wird bewusst, dass es eine gewisse Anzahl an Betroffenen im Führungskreis, unter den Kollegen und im Team geben muss bzw. geben wird.

Es braucht mehr als Prävention

Den Schwerpunkt auf Prävention zu legen, erscheint mir zu kurz gesprungen. Zum einen ist es unter Experten umstritten, ob man eine psychische Erkrankung tatsächlich präventiv verhindern kann. Und einen Trend Arbeitsbedingungen nachhaltig zu ändern, konnte ich bisher in der Praxis nicht feststellen. Mit ein wenig Resilienzschulung und Präventionsvorträgen ist es aber sicherlich nicht getan. Ich halte die Konzentration auf Burn-Out auch für eher kontraproduktiv. Inzwischen gibt es in manchen Betrieben bereits eine Kultur, dass die Diagnose Burn-Out eine Auszeichnung für besonderes Engagement ist. Das wird aber weder den Betroffenen noch der Krankheit gerecht und erschwert vielmehr die Integration von Rekonvaleszenten. Das Schlimmste allerdings ist, dass dadurch ein weites Feld an Diagnosen einfach ausgeblendet wird. Denn die „normalen“ Depressiven, Psychotiker, … und alle anderen Formen von psychischen Erkrankungen werden behandelt oder unbehandelt in einem Betrieb vorhanden sein

Was ist zu tun:

  • An den Betrieb angepasstes Konzept zur Gesundheitsvorsorge im psychischen Bereich erstellen
  • Aufbau eines anonymen, niederschwelligen (wahrscheinlich) externen Hilfesystems
  • Vermeidung von Psychologisierung und therapeutischen Ansätzen im Betrieb
  • fortlaufendes Informationsangebot
  • Kommunikation zum Thema ermöglichen, Thema enttabuisieren
  • Sensibilisierung der Führungskräfte
  • identifizierte Risikofaktoren im Unternehmen (Arbeitsumfeld, Unternehmenskultur) beseitigen oder mildern
  • Unterstützung von Erkrankten durch vernünftige Wiedereingliederungsprozesse
  • Inklusion und Nutzbarmachung spezieller Kompetenzen fördern

Es geht im Grundsatz darum ein für die einzelne Firma stimmiges und wirkungsvolles Konzept zu erstellen, um mit dem Thema psychische Erkrankungen angemessen umzugehen.

office, business, people and education concept - close up of hand with pen pointing to blank sticker on white board

Der Benefit für das Unternehmen dabei:

  • Geringere Fehlzeiten
  • Reduzierung von verschleppten, unbehandelten Krankheitsbildern und damit höhere Leistungsfähigkeit
  • weniger Abfluss von Know-How durch ausscheidende oder lange ausfallende Mitarbeiter
  • ressourcenschonende und ggf. sogar produktivere Arbeitsprozesse
  • verbesserte Unternehmenskommunikation
  • Auseinandersetzung mit Mitarbeitermotivation und Führungsverhalten
  • Außenwirkung als verantwortungsvoller Arbeitgeber

sigena-coaching e.K. unterstützt bei der Erstellung entsprechender Konzepte in Ihrem Betrieb – dabei werden keine „fertigen Lösungen“ angeboten, sondern der individuelle Prozess im Unternehmen begleitet und gemeinsam erarbeitet. Zielgruppe sind dabei Unternehmen von einigen wenigen bis mehreren hundert Arbeitnehmern.

 

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Kategorie betriebliches gesundheitsmanagement, News, Blogs & Videos
Oliver Kustner

Oliver Kustner ist Inhaber von sigena-coaching e.K. und seit 2012 als Coach tätig. Der Business-Coach (FH) begleitet Unternehmen und Institutionen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, in der Kompetenzentwicklung und bei interkulturellen Trainings. Der autorisierte Prozessberater des Förderprogramms unternehmensWert:Mensch ist bundesweit mit regionalen Schwerpunkten in Bayern und dem Rheinland tätig.